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Aktuelles, 2026

Wo Bücher stärker sind als Raketen
Juli 2026 | Region Charkiw

Gestern durfte ich in Charkiw Sergey Polituchiy besuchen. Er ist Besitzer der grössten Druckerei in der Ukraine und Gründer einer grossen Kulturstiftung.

Am 23. Mai 2024 wurde die Druckerei durch einen russischen Raketenangriff vollkommen zerstört. Sieben Mitarbeiter verloren ihr Leben, über 20 wurden zum Teil schwer verletzt. Über 100’000 Bücher für Schulen und Kinder verbrannten. Sergey hat sein Lebenswerk verloren.

Durch eine göttliche Kraft, wie Sergey es nennt, kam er in Kontakt mit der Familie von Warren Buffet. Die Familienstiftung finanzierte den Wiederaufbau und heute laufen die Maschinen wieder. Der Lärm der Maschinen ist Musik für kulturliebende Menschenohren.

Sergeys Widerstandwille ist ungebrochen. Alle verbrannten Bücher hat er neu gedruckt. „Bücher können wir nachdrucken“, meint Sergey, „aber die Menschenleben können wir nicht zurückholen.

Sergey bleibt mit seiner Druckerei in Charkiw, auch wenn er wieder zum Ziel eines russischen Angriffs werden kann. Seine Belegschaft braucht die Arbeit, damit ihre Familien überleben können.

Während der Besichtigung gab es Luftalarm. Alle haben weitergearbeitet. Das ist die Antwort der Belegschaft auf die russischen Angriffe: „Solange wir Bücher drucken, werden die Russen unsere Kultur nicht zerstören können“.


Hilfslieferung für ein Krankenhaus
Juli 2026 | Region Charkiw

Gestern konnte erneut eine umfangreiche Hilfslieferung aus der Schweiz an ein Krankenhaus in der Region Charkiw übergeben werden. Die Lieferung umfasste unter anderem OP-Handschuhe und OP-Kittel, Medikamentenschränke sowie Ergometer.

Das Krankenhaus wird derzeit erweitert und erhält zusätzlich einen unterirdischen Bereich mit Platz für rund 200 Patientinnen und Patienten, um auch unter Kriegsbedingungen eine medizinische Versorgung sicherzustellen.

Für das Entladen der Hilfsgüter kamen am Sonntagmorgen 14 freiwillige Helfer zusammen, organisiert von Anatolii Vashchenko. Auch Bürgermeister Hennadii Korol war vor Ort, bedankte sich für die Unterstützung und nutzte die Gelegenheit, um gemeinsam weitere mögliche Hilfsprojekte zu besprechen.

Eine weitere Hilfslieferung für das Krankenhaus ist bereits organisiert.

Ein herzlicher Dank gilt allen Helferinnen und Helfern sowie den zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern in der Schweiz und der Ukraine, die diese Hilfe möglich machen.


Die Ambulanz ist angekommen
Mai 2026 | Charkiw

Übergabe der Ambulanz in Charkiw an Maksym und seine Soldaten. Mit dabei waren auch Yuliia, Dima und Oleksandr von unserer Partnerorganisation Strahl der Ukraine, die sämtliche Formalitäten und Dokumente erledigen. So ist sichergestellt, dass die Ambulanz genau dort ankommt, wo sie gebraucht wird – dort, wo sie Leben retten kann.

Eigentlich wollte ich mit der Ambulanz noch zwei Dörfer ausserhalb von Charkiw besuchen. Davon wurde mir jedoch dringend abgeraten. Russische Drohnen überwachen die Umgebung gezielt auf Rettungsfahrzeuge und greifen diese an, sobald sie entdeckt werden. Solche Angriffe auf medizinische Fahrzeuge und Rettungskräfte verstossen gegen das humanitäre Völkerrecht und die Genfer Konventionen.

Natürlich hat Maksym bei der Übergabe sofort nach weiteren Ambulanzen gefragt. Der Bedarf ist enorm, denn immer wieder werden Fahrzeuge an der Front beschädigt oder zerstört.

Jede zusätzliche Ambulanz kann helfen, Verwundete schneller in Sicherheit zu bringen und Leben zu retten.


Trotz Terror: Die Hoffnung lebt weiter
Mai 2026 | Kyiv

Der erste Blick am Morgen aus dem Fenster in Kyiv: In der Nacht von Samstag auf Sonntag griff Russland erneut mit Raketen an. Eine Oreschnik-Hyperschallrakete schlug in Bila Tserkva ein, rund 100 Kilometer von Kyiv entfernt. Die Detonationen waren bis ins Zentrum der Hauptstadt zu hören, die Rauchwolken am Himmel sichtbar.

Es ist Terror gegen die Zivilbevölkerung. Doch mit jedem Angriff wächst auch der Widerstandswille der ukrainischen Menschen.

Inzwischen war ich in Charkiw angekommen – der grössten Frontstadt der Ukraine. Mit dabei: eine Ambulanz für Maksym und seine Einheit, die täglich schwerverletzte Soldaten direkt aus der Kontaktzone evakuieren.

Bila Tserkva ist zugleich ein Ort der Hoffnung. Gemeinsam mit der Administration von Mariupol, Schweizer Holzbauunternehmen und greencross.ch⁠ sollen dort Wohnhäuser für Menschen entstehen, deren Städte durch den Krieg vollständig zerstört wurden – etwa Mariupol oder Bachmut.

Die Unterstützung aus der Schweiz hilft konkret. Sie rettet Leben – jeden einzelnen Tag.


Hilfe auf Rädern für die Frontregion Charkiw
Mai 2026 | Luzern

Am Donnerstag habe ich gemeinsam mit Jakob die Ambulanz beladen – mit medizinischen Gütern, Ersatzteilen für einen Land Rover, den Maksym für Evakuierungen benötigt, sowie mit Kleidern aus der Sammlung in Adligenswil.

Am Donnerstag fahre ich damit nach Charkiw und anschliessend weiter nach Tschuhujiw, rund 40 Kilometer näher an der Front, wo ich das Fahrzeug an Maksym übergeben werde.

Er hat mir eben ein kleines Video von einer Evakuierung geschickt, die mit einer anderen Ambulanz durchgeführt wurde, welche ich zuvor nach Isjum gebracht hatte.


Starke Solidarität aus Adligenswil
Mai 2026 | Adligenswil

Pius und Andrea Zängerle haben in Adligenswil einen Kleidersammeltag für die Ukraine organisiert – mit grossem Erfolg. Zahlreiche Menschen aus dem ganzen Dorf kamen vorbei, brachten Kleider und unterstützten die Aktion mit viel Hilfsbereitschaft und Mitgefühl.

Es ist schön zu sehen, dass auch nach über vier Jahren Krieg die Solidarität nicht verschwunden ist. Viele Menschen denken weiterhin an die Betroffenen in der Ukraine und zeigen, dass Hilfe und Menschlichkeit nicht einfach vergessen werden.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die gespendet, mitorganisiert oder die Aktion unterstützt haben. Jede einzelne Hilfe macht einen Unterschied.


Die Wahrheit holt den Kreml ein
April 2026 | Poltawa Ukraine

Christoph ist ein Freund von uns, der in Poltawa lebt und sich – genau wie wir – unermüdlich für die Ukraine einsetzt. Gemeinsam konnten wir ihm bereits einen Bus für Behindertentransporte bringen. Dieser ist heute täglich im Einsatz und fährt kriegsversehrte Menschen in Rehabilitationszentren.

Er hat diesen Artikel geschrieben:

https://www.nzz.ch/…/triumph-der-freiheit-ausgerechnet…

Der Text zeigt: Selbst in Russland beginnt sich langsam die Erkenntnis durchzusetzen, dass dieser Krieg nicht mehr zu gewinnen ist.


Schulalltag zwischen Normalität und Krieg
April 2026 | Tschernihiw Ukraine

In Tschernihiw, einer rund 150 km nördlich von Kyjiw gelegenen Stadt, konnte ich diese Woche Dienstag mehrere Schulen und Kindergärten besuchen. Dort wurden Solaranlagen installiert – finanziert von der Schweizer NGO Green Cross.

Die Schulen sind hervorragend geführt. Man sieht den Kindern und den Lehrpersonen an, wie gerne sie dort sind.

Dann setzte der Luftalarm ein. Shahed-Drohnen. Eine war am Himmel zu sehen, dazu das deutlich hörbare Abwehrfeuer. Die Kinder wurden sofort in die Schutzkeller gebracht, wo der Unterricht weitergeführt wurde. Sie nahmen es erstaunlich ruhig hin. Die Jüngsten kennen keinen anderen Alltag.

Und trotzdem ist es unendlich traurig.


Ukrainischer musikalischer Gedenkanlass – 4 Jahre Krieg
23. Februar 2026 | Lukaskirche Luzern

Am 23. Februar 2026 fand in der Lukaskirche Luzern ein musikalischer Gedenkanlass zum vierten Jahrestag des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine statt. Ziel der Veranstaltung war es, Raum für Erinnerung, Anteilnahme und kulturellen Ausdruck zu schaffen.

Das Bachmut Kammerorchester des Ivan-Karabyts-Fachkollegs unter der Leitung von Oleksandr Starozhylov gestaltete gemeinsam mit der Soloviolinistin Tetiana Shybaieva sowie den Sängerinnen Olha Petukh und Liudmyla Boiko ein eindrückliches musikalisches Programm.

Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit der Ukrainehilfe Zentralschweiz und dem Ukrainischen Kulturverein Prostir organisiert. Unser Freund Bjarne Friis, verantwortlich für die Aufnahmen, hat das gesamte Konzert auf YouTube zur Verfügung gestellt.


Vier Jahre Vollinvasion – Orchester aus Bachmut setzt ein Zeichen
Februar 2026

24.02.2026 – Vier Jahre russische Vollinvasion

Vier Jahre, in denen Menschen in der Ukraine sterben.

Vier Jahre systematische Zerstörung von Städten, Infrastruktur, Kultur – und vier Jahre eines mutigen Kampfes um Freiheit.

Im Berner Münster wurde dieses Datum mit einem Friedensgebet und einem bewegenden Konzert des Kammerorchesters aus Bachmut (im Exil in Kamjanez-Podilskyj) begangen – unter der Leitung von Oleksandr Starozhylov.

Fotos: Christoph Knoch

Die internationale Präsenz war ein starkes Zeichen: Botschafterinnen und Botschafter aus über 140 Ländern waren anwesend.

Die Rede von Iryna Venediktova, Ausserordentliche und bevollmächtigte Botschafterin der Ukraine in der Schweizerischen Eidgenossenschaft und im Fürstentum Liechtenstein, hat eindringlich vor Augen geführt, worum es in diesem Krieg tatsächlich geht:

Um das Recht eines souveränen Staates, innerhalb seiner international anerkannten Grenzen zu existieren.

Um das Völkerrecht, das nicht verhandelbar sein darf.

Um Demokratie und Selbstbestimmung – das Recht eines Volkes, seinen eigenen politischen Weg zu wählen.

Um Freiheit statt imperialer Gewalt.

Um Sicherheit in Europa.

Und vor allem: um Menschenleben.

Dieser Krieg richtet sich nicht nur gegen die Ukraine. Er richtet sich gegen die Grundwerte, auf denen unsere europäische Friedensordnung aufgebaut ist:

Rechtsstaatlichkeit.

Menschenwürde.

Internationale Solidarität.

Wenn Grenzen mit Gewalt verschoben werden dürfen, wenn Kriegsverbrechen ohne Konsequenzen bleiben, wenn ein demokratisches Land für seine freie Entscheidung bestraft wird – dann betrifft das uns alle.

Dass Musikerinnen und Musiker aus Bachmut – einer Stadt, die zum Symbol für die Brutalität dieses Angriffskrieges geworden ist – in Bern spielen, ist ein Akt des kulturellen Widerstands.

Ihre Musik ist eine Stimme für die, die nicht mehr sprechen können.

Und ein Zeichen dafür, dass die Ukraine lebt.

Wir stehen an der Seite der Ukraine.

Für das Leben.

Für die Freiheit.

Für Demokratie, Souveränität und eine Friedensordnung, die auf Recht und nicht auf Gewalt basiert.


Vier Jahre Krieg: Warum uns dieser Krieg betrifft
Februar 2026

Vier Jahre Krieg. Vier Jahre unermessliches Leid – und jeden Tag sterben Menschen in der Ukraine.

Der Leserbrief von Stefan Brändlin, Beirat der Ukrainehilfe Zentralschweiz, bringt es auf den Punkt: Dieser Krieg ist nicht weit weg. Er betrifft uns – unsere Werte, unsere Freiheit und unsere Verantwortung als Gesellschaft.

Während in der Ukraine weiterhin Städte zerstört werden und Menschen ohne Strom, Wärme und Sicherheit leben, stellt sich auch für uns die Frage: Welche Haltung nehmen wir ein? Was bedeutet Solidarität konkret?

Die nationale Solidaritätskundgebung am 28. Februar in Bern ist ein Zeichen dafür, dass Mitgefühl, Menschlichkeit und demokratische Werte nicht verhandelbar sind.

Umzug: 14:00 Uhr, Schützenmatte

Kundgebung: 15:00 Uhr, Bundesplatz

Danke, Stefan Brändlin, für die klaren Worte und dein kontinuierliches Engagement für die Ukraine.


Unser Tanklöschfahrzeug im Einsatz an der Frontlinie bei Charkiw
Februar 2026

Unser gespendetes Tanklöschfahrzeug arbeitet bereits dort, wo Hilfe jeden Tag über Leben und Tod entscheidet.

Gemeinsam mit dem Rettungsteam der K2-Brigade ist es in Charkiw in frontnahen Gebieten unterwegs: bei Bränden nach Beschuss, bei Evakuierungen und überall dort, wo zivile Einsatzkräfte nicht mehr hin dürfen. Diese Aufgaben werden inzwischen vom Militär übernommen, weil russische Drohnen gezielt Ambulanzen und Feuerwehrfahrzeuge angreifen.

Der Einsatzradius rund um Charkiw wächst ständig.Und mit ihm die Zahl der Situationen, in denen schnelle Hilfe gebraucht wird. Dass dieses Fahrzeug jetzt genau dort im Dienst steht, macht einen realen Unterschied – für Menschen, die ihre Häuser verlieren, für Verwundete, für ganze Dörfer unter Beschuss.

Danke an alle, die das möglich gemacht haben.

Eure Unterstützung rettet Leben.


Ambulanz aus Charkiw – ein Mahnzeichen in Luzern
Februar 2026

Am Donnerstag, dem 19. Februar, stand sie unter dem Torbogen beim Bahnhof Luzern. Still. Gezeichnet von Einschüssen. Zerbrochen – und doch voller Aussagekraft.

Der Regen fiel leise auf das Metall.. Vielleicht blieben gerade deshalb weniger Menschen stehen als erhofft. Und doch: Jede einzelne Person, die den Blick gehoben hat, jede, die einen Moment verweilte, hat gespürt, dass hier nicht einfach ein Fahrzeug steht.

Diese Ambulanz kam aus Charkiw. Ein Fahrzeug, das Leben retten sollte – und selbst zum Ziel wurde. Zivile Hilfe unter Beschuss. Rettungskräfte im Fadenkreuz.

Ein Schicksal, das für unzählige steht. Mitten in unserem sicheren Luzern wurde diese Realität für einen Moment sichtbar.

Auch wenn der Platz nicht von Menschen gefüllt war – die Bedeutung war da.

In den Gesprächen. In den stillen Blicken. Im Innehalten der Vorbeigehenden.

Und vor allem in dem Engagement all jener, die dies möglich gemacht haben.

Von Herzen Danke an alle Helferinnen und Helfer, an die Organisatoren, an die Unterstützer im Hintergrund, an alle, die transportiert, aufgebaut, begleitet, erklärt und getragen haben – und die trotz Regen und Kälte ausgeharrt haben.

Euer Einsatz gibt den zivilen Opfern eine Stimme.

Euer Einsatz zeigt, dass Menschlichkeit stärker ist als Gleichgültigkeit.

Euer Einsatz baut eine Brücke von Charkiw zu uns.

Diese zerstörte Ambulanz erzählt von Gewalt.

Aber sie erzäglt auch von Menschlichkeit und Solidarität.

Und von der Weigerung, wegzuschauen.

Mit Franck Labourey,  Les anges de la route pour l’ukraine, Ukrainehilfe Zentralschweiz & Prostir

Bericht von ZentralPlus


Gedenkkonzerte für die Ukraine – Vier Jahre russischer Angriffskrieg
Februar 2026

Ziviles Leben im Visier

Am Donnerstag, 19. Februar, steht beim Torbogen des Bahnhofs Luzern von 08 bis 20 Uhr eine zerstörte Ambulanz aus der Region Charkiw.

Sie ist kein Ausstellungsobjekt im klassischen Sinn. Sie ist ein Beweis. Ein Fahrzeug, das Leben retten sollte – getroffen im Krieg gegen die Zivilbevölkerung.

Was hier sichtbar wird, ist das, was sonst weit entfernt scheint: die gezielte Zerstörung ziviler Infrastruktur, die Gefährdung medizinischer Versorgung, der permanente Ausnahmezustand für Menschen in der Ukraine. Diese Ambulanz steht für all die Orte, die wir nicht sehen. Für die Einsätze, die nicht mehr stattfinden konnten. Für die Leben, die davon abhängen.

Torbogen Bahnhof Luzern
Donnerstag, 19. Februar
08.00 – 20.00 Uhr

Eine Möglichkeit zum Hinschauen.

Zum Verstehen.

Zum Nicht-Vergessen.

Organisiert von Ukrainehilfe Zentralschweiz und Prostir


Gedenkkonzerte für die Ukraine – Vier Jahre russischer Angriffskrieg
Februar 2026

Ukrainische musikalische Gedenkanlässe – 4 Jahre Krieg

Vor vier Jahren begann der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Gemeinsam wollen wir der Opfer gedenken – mit Musik, die Hoffnung, Würde und die kulturelle Stimme der Ukraine lebendig hält.

Das Kammerorchester des Ivan-Karabyts-Fachkollegs Bachmut (derzeit im Exil in Kamjanez-Podilskyj) kommt in die Schweiz und nach Liechtenstein.

Die jungen Musiker:innen mussten ihre zerstörte Heimat verlassen – und bringen dennoch ihre Kunst auf unsere Bühnen.

Es erklingen Werke ukrainischer Komponisten.

Eintritt frei – Kollekte zugunsten der Opfer in den Kriegsgebieten der Ostukraine.

Termine:

19.02. – Schaan, Pfarrkirche St. Laurentius, 18:00

20.02. – Zug, St. Johannes, 19:00

21.02. – Olten, Christkatholische Stadtkirche, 17:00

22.02. – Basel, Thomaskirche, 10:00

22.02. – Zürich, Grossmünster, 17:00

23.02. – Luzern, Reformierte Lukaskirche, 19:00

24.02. – Bern, Berner Münster, 18:30

25.02. – Genf, Temple de la Madeleine, 19:00

Mit den Spenden werden humanitäre Hilfe, medizinische Versorgung, Evakuierungen, Infrastrukturprojekte sowie Kultur- und Bildungsarbeit für Kinder und Familien in der Ukraine unterstützt.

Danke an alle Partnerorganisationen und Unterstützer.

Organisation: Prostir und Ukrainehilfe Zentralschweiz


Treffen mit Offizieren aus der Frontregion Kupjansk
Februar 2026

Treffen mit Offizieren von zwei Brigaden, die in Kupjansk kämpfen, der Zivil- und Militärverwaltung des Gemeindeverbandes von Rohan und unseren Freunden von der Hilfsorganisation Promin Ukraine (Strahl der Ukraine). Die Situation ist sehr angespannt wegen der eisigen Kälte von bis minus 30 Grad und dem gezielten Beschuss von Energieanlagen. Der Widerstandswille ist ungebrochen aber die Hilferufe an den Westen werden auf allen Ebenen verzweifelter. Um so grösser der Dank, wenn wir einen kleinen Beitrag leisten können.


Übergabe von Generatoren an Unterstützer an der Front
Februar 2026

Hier übergeben wir Generatoren an einen Brigadeoffizier sowie an einen Automechaniker, der ohne jede Entschädigung in seiner alten Garage Tag und Nacht Militärfahrzeuge repariert. Die gegenseitige Unterstützung zwischen Zivilgesellschaft und Militär ist ungebrochen.



Beschädigtes Tanklöschfahrzeug in Charkiw nach Raketenangriff

Februar 2026

Dies sind Bilder des Tanklöschfahrzeugs, das wir vor einigen Monaten nach Charkiw gebracht haben. Bei Raketenangriffen auf die Feuerwehrstation und das unmittelbar danebenliegende Heizkraftwerk wurde das Fahrzeug durch die Druckwelle beschädigt. Unter anderem ist die Frontscheibe geborsten – wir sind derzeit auf der Suche nach Ersatz.

Auf den Bildern sind ausserdem ältere Fahrzeuge aus der Sowjetzeit zu sehen, die dort noch immer im Einsatz sind. Das beschossene Heizkraftwerk konnte innerhalb von fünf Tagen wieder in Betrieb genommen werden.


Ukrainehilfe Zentralschweiz auf Social Media
Februar 2026

https://www.facebook.com/profile.php?id=61587306641392

Seit Anfang 2025 gibt es den Verein Ukrainehilfe Zentralschweiz.

Nun sind wir auch auf Social Media präsent.

Als gemeinnütziger, ehrenamtlich geführter Verein aus Luzern unterstützen wir Menschen, die vom Krieg in der Ukraine betroffen sind. Unsere Arbeit umfasst humanitäre, wirtschaftliche und karitative Hilfe sowie Projekte in den Bereichen Bildung, Kultur, Integration und Wiederaufbau in der Ukraine.

Über unsere Social-Media-Kanäle möchten wir unsere Arbeit sichtbar machen, über aktuelle Projekte informieren und zeigen, wie Engagement aus der Zentralschweiz konkret hilft. Zudem teilen wir Einblicke, Hintergründe und Möglichkeiten, unseren Verein zu unterstützen oder sich selbst einzubringen.


Tanklöschfahrzeug für die K2-Brigade
Charkiw, Ukraine, Januar 2026

Bilder der Übergabe eines Tanklöschfahrzeugs an das Rettungsteam der K2-Brigade in Charkiw.

In frontnahen Gebieten dürfen Rettungs- und Evakuationseinheiten inzwischen nur noch vom Militär betrieben werden. Der Einsatzbereich wird stetig grösser, da russische Drohnen gezielt auch Ambulanzen und Feuerwehrfahrzeuge angreifen. Bei der Ankunft ist im Hintergrund erneut der Luftalarm zu hören – ein ständiger Begleiter in und um Charkiw.


Ein Cembalo für Lwiw
Lwiw, Ukraine, Januar 2026

Es war uns eine grosse Ehre, gemeinsam mit Prostir und der Ukrainehilfe Zentralschweiz das Lviv State Music Lyceum, benannt nach Solomiya Krushelnytska, mit einem Cembalo zu unterstützen.

Gerade in dieser schwierigen Zeit ist es für uns von besonderer Bedeutung, nicht nur humanitäre Hilfe zu leisten, sondern auch die ukrainische Kultur und Bildung zu stärken. Musik gibt Hoffnung, verbindet – und eröffnet jungen Menschen Zukunftsperspektiven.

Zu sehen, wie am Lyzeum ein Ensemble für Alte Musik entsteht und wie engagiert dort gearbeitet wird, berührt. Mit diesem Instrument wird den Schülerinnen und Schülern ein authentischer Zugang zur Musik der Renaissance und des Barock ermöglicht und ihre künstlerische Ausbildung nachhaltig bereichert.

Unser herzlicher Dank gilt Direktor Lev Zakopets, dem gesamten Kollegium und insbesondere Sergiy Gavrylyuk für ihr beeindruckendes Engagement.

Dieses Cembalo ist für uns nicht nur ein Instrument. Es ist ein Zeichen der Verbundenheit, der Solidarität und des gemeinsamen Glaubens an die Zukunft der ukrainischen Musikkultur.


Gemeinsamkeit im Hintergrund des Krieges
Kharkiv, Ukraine, Januar 2026

Unter Freunden in Charkiw.

Diese Bilder zeigen Momente unter Freunden.

Man sitzt zusammen, trinkt Tee, isst etwas, redet. Genau das, was auch anderswo selbstverständlich ist – und hier trotzdem Bedeutung hat. Gastfreundschaft gehört zur ukrainischen Alltagskultur. Auch jetzt. Man teilt, was da ist.

Der Krieg ist Teil des Hintergrunds. Er muss nicht ständig benannt werden, er ist einfach da. Viele kommen direkt von der Arbeit, andere aus Nächten mit wenig Schlaf. Der Winter ist kalt, Strom und Heizung sind nicht verlässlich. Umso wichtiger sind diese kleinen, stabilen Routinen: gemeinsam essen, kurz zusammensitzen, Wärme schaffen.

Diese Treffen ändern nichts an der Lage. Aber sie helfen, sie auszuhalten.


Instrumente aus der Schweiz für Kharkiv
Kharkiv, Ukraine, Januar 2026

In den letzten Monaten haben wir in der Schweiz eine Sammelaktion für die Staatliche Kulturakademie Kharkiv organisiert. Gesammelt wurden alte, aber spielbare Blasinstrumente – für Studierende und Musikschüler:innen in einer Stadt, in der seit Jahren Krieg herrscht und Musik oft unter Luftalarm entsteht.

Anfang Januar habe ich diese Instrumente persönlich nach Kharkiv gebracht. Mitte Januar wurde ich an die Kharkiv University of Arts / Staatliche Kulturakademie Kharkiv eingeladen – zu einem Konzert, bei dem genau diese Instrumente zum ersten Mal eingesetzt wurden.

Auf der Bühne standen Studierende gemeinsam mit Kindern aus Musikschulen. Einige dieser Kinder sind vertrieben, manche leben seit Monaten mit ständiger Unsicherheit. Und trotzdem wurde gespielt – konzentriert, ruhig, sehr ernsthaft. Die Instrumente aus der Schweiz waren dabei Symbol und Teil des musikalischen Alltags.

Gegen Ende des Konzerts fiel der Strom aus. Die Musiker:innen spielten weiter, das Publikum leuchtete mit den Taschenlampen der Handys. Kein Effekt, keine Inszenierung – sondern Realität in Kharkiv. Draussen ist Krieg. Drinnen wird gespielt.

Mein grosser Dank gilt allen, die diese Sammelaktion möglich gemacht haben: den vielen Spenderinnen und Spendern in der Schweiz, den beteiligten Musikgeschäften, dem Schweizer Blasmusikverband SBV, sowie unseren Partnern Prostir und der Ukrainehilfe Zentralschweiz.

Diese Instrumente verändern nicht die Realität des Krieges.

Aber sie machen möglich, dass Musik weiter stattfindet.

Auch dort, wo alles dagegen spricht.

Zum Schluss teile ich hier noch Fotos von einem Konzert am darauffolgenden Tag. Die Instrumente dort stammen nicht aus unserer Sammlung, geben aber einen weiteren Eindruck davon, wie selbstverständlich und unbeirrt in Kharkiv weiter musiziert wird – auch unter diesen Bedingungen.


Menschlichkeit bei –25 Grad
Kharkiv, Ukraine, Januar 2026

Unser Peugeot ist jetzt in der Ukraine.

Vergangene Woche habe ich ihn persönlich nach Charkiw gefahren.

Nachts sinken die Temperaturen auf bis zu –25 Grad, tagsüber kaum wärmer als –15 Grad. Es ist der härteste Winter seit Beginn des Krieges. Die Kälte ist brutal – und sie verstärkt das Leid, das viele Menschen hier ohnehin schon tragen müssen.

Nicht nur das Glatteis machte die Fahrten zur Herausforderung. Bei der extremen Kälte machte auch der Wagen Probleme: Der Diesel wurde zäh und setzte den Filter zu, die Batterie hatte kaum noch Kraft. Einmal ging gar nichts mehr, ein anderes Mal blieb ich im Schnee stecken.

Doch auch hier zeigt sich etwas ganz Wichtiges:

Innerhalb kürzester Zeit kamen junge Menschen, Mitte bis Ende zwanzig, halfen beim Schieben und Ziehen, bis es weiterging. Einfach so. Freundlich. Hilfsbereit.

Der Wagen war voll beladen mit Hilfsgütern:

Generatoren, Heizgeräte, Babysachen, Kleidung und Spielzeug für Kinder.

Das alles ist hier im Moment weit mehr als Unterstützung – es ist überlebenswichtig.

Immer wieder gibt es stundenlange Stromausfälle. Kein Licht, keine Heizung. An einem Tag fiel auch im Hotel der Strom aus – und ich verbrachte vier Stunden in einem Café gegenüber.

Viele Cafés und Restaurants haben Generatoren, und dort kommen die Menschen zusammen: um sich aufzuwärmen, einen heissen Tee zu trinken, miteinander zu reden. Ich wurde dort herzlich empfangen – ganz selbstverständlich.

Gerade in diesen Momenten spürt man:

Menschlichkeit bleibt bestehen.

Sie ist Licht in der Not.

Danke an alle, die diese Hilfe möglich gemacht haben – für die Unterstützung, das Vertrauen und das Zusammenhalten.


Konzerttournee Schweiz & Liechtenstein mit dem Bachmut Kammerorchester (im Exil)
Schweiz, Februar 2026

Ukrainische musikalische Gedenkanlässe – 4 Jahre Krieg

Am 24. Februar 2026 kämpft die Ukraine seit genau vier Jahren für ihre Unabhängigkeit. Gemeinsam mit geflüchteten Menschen und der Bevölkerung in der Schweiz und Liechtenstein gedenken wir der Opfer dieses Krieges – und setzen ein Zeichen der Solidarität.

Im Rahmen einer Konzerttournee gastiert das Kammerorchester des Ivan-Karabyts-Fachkollegs Bachmut für Kultur und Kunst (derzeit im Exil in Kamjanez-Podilskyj, Ukraine) in mehreren Städten. Das Orchester spielt eine Vielzahl kurzer Werke ukrainischer Komponist:innen und zeigt so die eigenständige kulturelle Vielfalt der Ukraine – Kultur als Widerstand und Hoffnung. Flyer Vorschlag Bachmut

Bachmut – einst eine Stadt mit rund 80’000 Einwohner:innen – wurde zum Schauplatz einer der brutalsten Schlachten des 21. Jahrhunderts. Heute gilt die Stadt als unbewohnbar. Das Kolleg, aus dem das Orchester stammt, wurde 2022 zerstört, Instrumente geplündert, der Konzertsaal bombardiert. Dennoch musizieren die jungen Künstler:innen weiter – unter provisorischen Bedingungen und mit einem klaren Ziel: Spenden sammeln, Hoffnung geben und internationale Aufmerksamkeit schaffen. Flyer Vorschlag Bachmut


Konzertdaten – Tournee Schweiz & Liechtenstein

Donnerstag, 19. Februar 2026 – 18:00 | Schaan (LI)
Pfarrkirche St. Laurentius, Reberastrasse 17, 9494 Schaan
Lokale Organisation: Verein SKS Integrationshilfe

Freitag, 20. Februar 2026 – 19:00 | Zug
St. Johannes Zug, St.-Johannes-Strasse 9, 6300 Zug
Lokale Organisation: Katholische Kirchgemeinde der Stadt Zug

Samstag, 21. Februar 2026 – 17:00 | Olten
Christkatholische Stadtkirche, Kirchgasse 2, 4600 Olten
Lokale Organisation: KALYNA Ukraine-Netzwerk Region Olten

Sonntag, 22. Februar 2026 – 09:00 | Basel
Thomaskirche Basel (Gottesdienst mit anschliessendem Konzert),
Hegenheimstrasse 229, 4055 Basel
Lokale Organisation: Weltweite Kirche
Spenden: Ukrainehilfe mit Herz

Sonntag, 22. Februar 2026 – 17:00 | Zürich
Grossmünster Zürich, Zwingliplatz 7, 8001 Zürich
Lokale Organisation: Grossmünster Zürich
Spenden: HEKS

Montag, 23. Februar 2026 – 19:00 | Luzern
Lukas-Kirche Luzern, Morgartenstrasse 16, 6003 Luzern
Lokale Organisation: Ukrainischer Kulturverein Prostir & Ukrainehilfe Zentralschweiz

Dienstag, 24. Februar 2026 – 18:30 | Bern
Berner Münster (Friedensgebet und Konzert), Münsterplatz 1, 3000 Bern
Lokale Organisation: Arbeitsgemeinschaft Christliche Kirche in der Schweiz (AGCK) Flyer Vorschlag Bachmut

Mittwoch, 25. Februar 2026 – 19.00 | Genf (tbc)
Emmanuel Episcopal Church Geneva, Rue de Monthoux 3, 1201 Genève
Lokale Organisaton: Ständige Vertretung der Ukraine in Genf (in Koordination)


Eintritt frei – Kollekte / Spenden

Der Eintritt ist frei. Es wird eine Kollekte zugunsten der Opfer in den Kriegsgebieten der Ostukraine gesammelt.

Die Tournee ist vollständig durch Fördergelder finanziert – Ihre Spenden fliessen direkt in die Ukrainehilfe, insbesondere in Frontregionen wie Charkiw, Donezk/Donbas, Luhansk, Saporischschja und Cherson. Neben humanitärer Hilfe unterstützen wir auch Kulturhilfe (z.B. Musikinstrumente für Kinder und Kulturinstitutionen). Flyer Vorschlag Bachmut

Spendenkonto:
Ukrainischer Kulturverein Prostir (Vermerk: Bachmut)
CH11 8080 8003 3814 3397 1

Kontakt: info@prostir.ch


3,5 Tonnen Hoffnung für die Musikschulkinder von Charkiw
Lwiw & Charkiw, Ukraine, Januar 2026

Heute durfte ich dabei helfen, 3,5 Tonnen Musikinstrumente für die Musikschulkinder von Charkiw auszuladen. Eben waren sie noch in unserem Lager, wo Vlad half, sie in den Laster einzuladen. Dann ging es weiter zur Grenze, wo mich Anatolii erwartete. Er spricht sehr gut Polnisch und hilft immer dabei, allfällige Probleme an der Grenze zu lösen. Da der Grenzübertritt am 31. stattfand, ging alles sehr schnell – alle wollten möglichst bald zu ihren Familien nach Hause.

Danach folgte ein Zwischenhalt im Musiklyzeum in Lwiw, wo ich auch übernachten durfte. Ein Bild zeigt mich mit der Harfe, die ich dem Lyzeum überreichen durfte – ein anderes das traurige Bild der gefallenen Musiker.

Die Fahrt führte über Kyjiw nach Charkiw, durch verschneite Landschaften. Ein atemberaubend schöner Sonnenaufgang.

In Charkiw dann die Bescherung. Viele Lehrpersonen waren gekommen und wollten sehen, was ich alles mitbringen durfte. Ich sah die Freude in ihren Augen. Gleichzeitig gab es Beschuss ganz in der Nähe der Musikuniversität, und die Schule öffnete sofort ihren Luftschutzkeller für die Menschen auf der Strasse. Ich sah die Explosionen vom Laster aus auf dem Weg zur Universität. Ein Wohnhaus. Ich kann nicht sagen, was grösser ist: die Traurigkeit oder die Wut über all die Putins und Trumps.

Das Video wurde kurz nach dem Beschuss von der Militärbehörde veröffentlicht (siehe Facebook).

Meine Freunde in Charkiw – fast alles Musikerinnen und Musiker – bleiben in der Stadt. Im grossen Luftschutzkeller der Musikuniversität richten sie nun einen Konzertsaal ein. Sie werden für die Kinder von Charkiw spielen.

Morgen früh fahre ich wieder zurück nach Kyjiw und über Lwiw in die Schweiz. Ich danke allen, die diese Instrumentenaktion möglich gemacht haben. Sie ist von unschätzbarem Wert.

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